EASA PPL-A

Die Private Pilot Licence – Aeroplane (PPL-A) berechtigt den Inhaber zum Fliegen einmotoriger Flugzeuge, im nicht gewerblichen Flugverkehr, die mit einem Kolbentriebwerk angetrieben werden. Die Lizenz ist der Einstieg in die motorgetriebene Fliegerei und die Grundlage für allerhand Weiterqualifzierungen wie den Fluglehrer oder die Berufs- bzw. Verkehrspilotenlizenz.
 

 

Der PPL(A) ist europaweit gültig. Durch seine ICAO Konformität (ICAO steht für Internationale Zivilluftfahrtorganisation) wird er meist ohne größere Probleme im Ausland anerkannt. Somit steht einem Fliegerurlaub in den USA nichts im Wege.


Die Voraussetzungen

Um die Ausbildung zum Privatpiloten beginnen zu dürfen, sind entsprechende Voraussetzungen und Dokumente vorzuweisen:

  • Mindestalter bei Beginn der Ausbildung ist 16 Jahre. Das Alter zur Erteilung der Lizenz beträgt 17 Jahre
  • Das medizinische Tauglichkeitszeugnis Klasse 2
  • Nachweis der Zuverlässigkeit, die sog. ZÜP
  •  Auszug aus dem Verkehrszentralregister

Die theoretische Ausbildung

Es sind mindestens 100 Unterrichtsstunden nachzuweisen. Diese Stunden können entweder komplett als Präsenzunterricht durchgeführt oder durch einen zugelassenen Fernlehrgang ersetzt werden. Durch den Fernlehrgang reduziert sich der Präsenzunterricht auf 10 Stunden.

Folgende Fächer sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung:

  • Luftrecht
  • Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse
  • Flugleistungen und Flugplanung
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Meteorologie
  •  Navigation
  • Betriebliche Verfahren
  • Aerodynamik

Die praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst mindesten 45 Flugstunden, die sich wie folgt aufteilen:

  • Mindestens 25 Stunden mit Fluglehrer
  • Mindesten 10 Stunden Soloflugzeit unter Aufsicht eines Fluglehrers (Flugauftrag)
  • Mindestens 5 Stunden Überlandflug (Flug und Landung auf anderen Flugplätzen)
  • Maximal 5 Stunden in einem zugelassenen Flugsimulator
Piper Archer und Cessna C172SP Skyhawk der Motorfluggemeinschaft Speyer e.V. auf dem Vorfeld
Kennenlernen des Flugzeuges sind die ersten Ausbildungsinhalte

Je nach Ausbildungsbetrieb gliedert sich die praktische Flugausbildung in drei Teile:

  1. Im ersten Teil wird dem Flugschüler das Gefühl für die Maschine, die Grundlagen des Fliegens und die sichere Bedienung des Luftfahrzeuges beim Start, bei der Landung und in der Platzrunde beigebracht. Anders wie zB. beim Erwerb des Autoführerscheines, fliegt der Flugschüler in der Ausbildung schon alleine, ganz ohne Fluglehrer. Der erste Alleinflug (First Solo) ist ein Denkwürdiger Moment in der Ausbildung eines jeden Flugschülers. Gleichzeitig schließen die ersten Soloplatzrunden den ersten Teil der Ausbildung ab.

  2. Im zweite Teil der Ausbildung wird damit begonnen, sog. Überlandflüge, also Flüge auf fremdem Flugplätze durchzuführen. Hier wird auf die navigatorische Flugdurchführung, die Luftraumbeobachtung und die Planung solcher Flüge wert gelegt. Sobald die theoretische Prüfung erfolgreich abgelegt wurde, kann der dritte Abschnitt beginnen.

  3. Der letzte Abschnitt der Ausbildung fordert den Flugschüler insofern, da er nun alle erlernten Fähigkeiten in die Planung eines 300NM bzw. 150 km Dreiecksfluges einfließen lassen muss. Dieser Flug wird alleine, also ohne Begleitung eines Fluglehrers, durchgeführt. Dieser Streckenflug beendet im allgemeinen die praktische Ausbildung.
Blick entlang der Tragfläche in das Rheintal aus einer Cessna C172SP Skyhawk
Überlandflüge fordern den Schüler

Während der theoretischen und praktischen Ausbildung wird auf das Erlangen eines Sprechfunkzeug-nisses hingearbeitet, da nur mit dieser Berechtigung am Sprechfunkverkehr teil-genommen werden darf. Für den Sichtflug reichen das BZF II (deutsches Sprechfunkzeugnis) oder das BZF I (deutsch & englisches Sprechfunkzeugnis) aus. Zudem wird für das BZF I eine gesonderte Englisch-prüfung (Text- und Hörver-ständnis, Bildbeschreibung, Smalltalk) das sog. Language Proficency benötigt. Nur in dieser Verbindung darf in englischer Sprache am Flugfunk teilgenommen werden. Die Ausbildung für das Sprechfunkzeug-nis gliedert sich ebenfalls in einen theoretischen und praktischen Teil. Im praktischen Teil wird durch einen Prüfer der An- und Abflug auf zwei unterschiedlichen Flughäfen simuliert. 

Weiterbildung und Aufbauausbildungen

Wie eingangs schon beschrieben, bekommt man nach bestandener Flugprüfung einen PPL-A mit der Klassenberechtiung SEP (Single Engine Piston) ausgestellt.

 

Da es innerhalb der Flugzeugklasse Unterschiede aufgrund Ausstattung oder Motorisierung gibt, sind diverse Unterschiedsschulungen (Differencal Trainings) gefordert, die formlos durch einen Fluglehrer durchgeführt und auch durch diesen im Flugbuch bestätigt werden. Diese sind:

Triebwerkssteuerung und Bedienung einer Cessna C182P Skylane Schubhebel Propellereinstellung Treibstoffregulierung
Weiterbildung fördert die Flugsicherheit und macht Spaß
  • Verstellpropeller (Variable Pitch Propeller)
  • Einziehfahrwerk (Retractable Gear)
  • Turbolader-/Kompressionsgestriebene Triebwerke (Turbo)
  • Druckkabine (Cabin Pressurization)
  • Spornrad (Tail Wheel)

Es lassen sich ebenfalls eine Vielzahl von Zusatzberechtigungen erwerben, die da wären:

  • Kunstflug (Aerobatic)
  • Instrumentenflug (IR)
  • Nachtsichtflug (NVFR / NFQ)
  • Fang- oder Bannerschlepp
  • Schleppberechtigung
  • Sprühberechtigung
  • Lehrberechtigung (Flugleherer)
  • Klassenberechtigung / Classrating MEP (Multi Engine Piston)